Neue Künstlerräume im K21

Ab dem 27. Februar laden neue Künstlerräume im K21 Kunstinteressierte zur Beschäftigung mit dem Thema Migration ein. Kuratorin Susanne Meyer-Büser stellte auf der heutigen Pressekonferenz die Räume von Diango Hernández und Ibrahim Mahama sowie die gemeinsamen Arbeiten von Bertold Stallmach und Nina Fischer & Maroan el Sani vor.

Bild: Kuratorin Susanne Meyer-Büser

Kuratorin Susanne Meyer-Büser vor der Kunst von Diango Hernández

Bild: K21-Kunstraum von Ibrahim Mahama
Kunstraum von Ibrahim Mahama im K21

Ibrahim Mahama (geb.1987) rückt mit seinen monumentalen Installationen aus groben Jutesäcken die Warenströme und Produktionsbedingungen in seinem Heimatland Ghana ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Für seine aktuelle Arbeit „FOOD DISTRIBUTION CORPORATION“ hat er ghanaische Wanderarbeiter mit dem Zusammennähen seiner riesigen Draperien beauftragt und bindet seine Werke so in sozioökonomische Prozesse von Arbeit, Handel und Migration ein.

Die Rauminstallation „BEACH, A LONGING“ des kubanischen Konzeptkünstlers Diango Hernández (geb.1970), der mittlerweile in Düsseldorf zu Hause ist, besteht aus Glas, Malerei und Orangen. Die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat, dem Strand, den Früchten und der Sprache prägt sein ästhetisches Vokabular. Seine raumgreifenden Wellen verweisen auf die Reden Fidel Castros: Worte werden zu Wellen, zum Meer, über das der Migrant seinen Weg findet.

Bild: Filmszene aus "Der Dreisatz der Identität"
Filmszene aus "Der Dreisatz der Identität" von Bertold Stallmach / Nina Fischer & Maroan el Sani

Im dritten neuen Künstlerraum thematisieren Bertold Stallmach und das Künstlerpaar Nina Fischer & Maroan el Sani mit dem Animationsfilm „Der Dreisatz der Identität“ das Selbstverständnis des Individuums, des Künstlers und der Gesellschaft. Die Figuren sind Flüchtlinge auf der Suche nach einer besseren Gesellschaft. Ihre humorige, aber packende Geschichte wird zur Analyse von Politik, Migration und gesellschaftlichen Systemen.

 

Dr. Marion Ackermann, Direktorin der Kunstsammlung NRW, empfiehlt die Künstlerräume als "Museum at its best". Die Konzeption der Künstlerräume sei deutschlandweit einzigartig. Es ermögliche, "Museum in seiner intensivsten Form zu erfahren".

 

Anlässlich der Eröffnung der neuen K21 Künstlerräume findet am 27. Februar der erste Kunstschwoof statt. Einen Abend lang wird im Ständehaus gefeiert, getanzt und geschwooft. Einlass ist ab 20.30 Uhr. Bis 22.30 Uhr sind alle K21 Künstlerräume geöffnet – und das den gesamten Abend über bei freiem Eintritt. Ab 22.00 Uhr gibt es Musik und Drinks auf der Piazza.

Zum Sparda-Tag am 28. Februar laden die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West und die Kunstsammlung K21 die Besucher_innen zu kostenlosen Führungen ein. Um 11.00 Uhr gibt es eine Kuratorenführung mit Susanne Meyer-Büser, die in das Konzept der Künstlerräume einführt und u.a. die neuen Installationen vorstellt. Die Untitled-Führung um 15.30 Uhr richtet sich speziell an Studierende.

K21 STÄNDEHAUS, Ständehausstraße 1, 40217 Düsseldorf

www.kunstsammlung.de
Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 10.00-18.00 Uhr, samstags, sonntags, feiertags 11.00-18.00 Uhr, montags geschlossen

 

Text und Fotos: Oliver Erdmann | Quelle: Kunstsammlung NRW