Auf in die Nacht der Museen

Neben den großen Museen der Landeshauptstadt bietet die Düsseldorfer Museumsnacht am 9. April 2016 auch in diesem Jahr wieder Kunstgenüsse an vielen unterschiedlichen und ungewöhnlichen Orten. düsseldorf queer gibt Tipps für den Kunstrundgang.

Logo: Düsseldorfer Nacht der Museen 2016

Die Nacht der Museen verspricht in diesem Jahr ein kunstvolles Frühlingserlebnis für alle Sinne: In der Kunsthalle eröffnet die Ausstellung der Rektorin der Düsseldorfer Kunstakademie Rita McBride mit eindrucksvollen Skulpturen. Gegenüber im K20 sind erstmals öffentlich Werke der Henkel-Sammlung zu sehen. Im NRW-Forum ist noch die großartige Ausstellung „Horst: Photographer of Style“ zu sehen. Doch auch jenseits der großen Häuser gibt es für Liebhaber_innen der Kunst viel Interessantes zu entdecken. Hier die Tipps von düsseldorf queer:

 

Bild: © Meike Conrad-Janssen

damenundherren e.V., Oberbilker Allee 35
damenundherren e.V. eröffnet am Samstag die Ausstellung der Künstlerin Meike Conrad Janssen. Ihre reliefartigen Werke erinnern an Organismen, an Mikrouniversen und Makrokosmen. Janssen verarbeitet in ihren Arbeiten Informationen der täglichen Presse. durch unzählige Arbeitsprozesse entsteht eine Nachrichtenentwicklung, die nur fragmentarisch sichtbar ist, teils verschwindet, sich verändert, um sich dann zu etwas Bildhaftem zu formen.
Parallel setzt sich die Performancekünstlerin Angelika Fojtuch mit der gängigen Definition performativer Praxis und ihrem flüchtigen Charakter auseinander. Dabei schafft sie Situationen, in denen sie in engen Kontakt und Dialog mit den Anwesenden tritt – still, berührend, direkt und kompromisslos. (21.00 Uhr:  Angelika Fojtuch – Live-Performance)

 

Bild: © Andreas Langfeld

Metzgerei Schnitzel e.V., Bilker Allee 233
Beyond Moderation II – unter diesem Titel fasst Andreas Langfeld fotografische Arbeiten aus seinem Archiv zusammen, die in der Punk- und Hardcore-Szene entstanden sind. Der Schwerpunkt der gezeigten Auswahl liegt auf Portraits und situativen bis emotionalen Momenten, die im Wechselspiel zwischen Ruhe und Aggressivität koexistieren. Seit 2006 arbeitet er, ganz im Sinne künstlerischer Dokumentarfotografie, kontinuierlich an dieser Werkgruppe. Andreas Langfeld lebt und arbeitet in Düsseldorf. Noch bis zum 12. Juni 2016 ist seine Ausstellung „Status“ im Museum Ostwall in Dortmund zu sehen.
Zur Ausstellung in der BRAUSE wird es zwei Live-Sets vom Mönchengladbacher Noise & Drone-Projekt JEANS BEAST geben. Beide Künstler verbindet eine langjährige Freundschaft und eine gemeinsame Band, wie auch eine tiefe Verwurzelung in der Do-it-yourself Kultur. Abgerundet wird der Abend mit einem DJ-Set von JEANS BEAST und Schneise um 22 Uhr, bis sie um 24 Uhr von Stefan Jürke (u.a. Graph, Kiesgroup) abgelöst werden.

 

Bild: © Boui Boui Bilk

Boui Boui Bilk, Suitbertusstraße 149
Das Kreativquartier Boui Boui Bilk verwandelt sich auch in diesem Jahr zum Festivalzentrum der Kunst. Im Mittelpunkt stehen die Rauminstallation „Cocoon“ der ARTIG Zentrale und die Gruppenausstellung COSMIC TUNE der Kuratorin Pia Witzmann. Auch die Düsseldorfer Künstler_innen sowie die jungen Künstler_innen aus HALLE 3 öffnen wieder ihre Ateliers und präsentieren ihre Werke direkt am Ort der Entstehung. Zusätzlich gibt es eine Führung durch die bizarre Polaroid-Ausstellung des Dr. Ludger Möllenberg (Zutritt nur ab 18).
Live-Musik, Foodtrucks, kühle Drinks und die Aftershow-Party mit „Electronic Friendship“ machen den Abend zum urbanen Kulturspektakel.

 

Bild: © Pierre Jarawan
Sebastian23 | Foto: Pierre Jarawan

Haus der Architekten, Zollhof 1
Im Foyer des Architectes wird in diesem Jahr sprachgewaltig gebattelt mit Poetry Slammer Sebastian23. Der Moderator und Autor ist mehrfacher deutschsprachiger Slam-Meister und unter anderem Gewinner des Prix Pantheon. Er bringt zu seiner Poetry-Slam-Show in der Geschäftsstelle der Architektenkammer vier junge Kolleginnen und Kollegen mit. Gemeinsam geben sie einen Einblick in ihre Kunst. Dazu gibt es coole Klänge von DJ Vinylsurfer und mit "Kopfüber" eine Foto-Ausstellung der besonderen Art: Dirk Brömmel zeigt lotgerechte Aufnahmen von Schiffen aus der Vogelperspektive.

 

Antichambres im Hotel Friends, Worringer Straße 94-96
Anlässlich der Nacht der Museen installiert Peter Lober in der Ausstellung „Hidden Traces – Kyoung Jae Cho, Tobias Hoffknecht, Atit Sornsongkram“ zwei Arbeiten. In der Videoprojektion Christusbild hat Lober sich intensiv mit der vielfältigen ikonographischen Darstellung von Christus auseinandergesetzt. Er stellt die tradierten Bilder in einem neutralen White Cube nach und zeigt diese aus vier verschiedenen Winkeln. Wie verändert sich die Wahrnehmung der Figur ohne äußere Requisiten? Die reduzierte Komposition ebnet den Weg zur imaginären narrativen Geschichte der jeweiligen Pose. Parallel dazu zeigt Peter Lober die Soundarbeit „confession of faith“, in der er das Glaubensbekenntnis ungewohnt wiedergibt.
In den Zimmern der dritten Etage des Hotels finden Performances von Bochumer Theaterwissenschaftler_innen statt, die sich mit dem Ort Hotel auseinandergesetzt haben und ortsspezifische Interventionen präsentieren: "Spielräume der Erinnerung – Menschen im Hotel"

 

Bild: © Galerie am Meer

Galerie am Meer, Worringer Straße 57
Die Galerie am Meer zeigt eine Pop-up-Ausstellung der Anna Jill Lüpertz Gallery aus Berlin. In der Gruppenausstellung SUPERSTITION zeigt die Galeristin aus Berlin einen Querschnitt aus dem aktuellen Galerieprogramm: Werke von Amir Fattal, Markus Keibel, Robert Montgomery und Pola Sieverding.

Die RaumZeitPiraten lassen im Studio Wfünfsieben die Installation "Exploded Cinema" entstehen, ein Geflecht aus SchattenSpielSynthesizer mit Bild- und Klangabfolgen. Im LAGER3 eröffnet Pia Litzenberger anlässlich der Museumsnacht eine Work-in-Progress-Show, wo sich Korridore und labyrinthische Räume zu einer performativen Installation zusammenfügen. Strange Sebo & Co. drehen Quadrate und zeigen ihre komische bis groteske Theaterperformance.

 

Bild: © NRW-Forum

NRW-Forum, Ehrenhof 2
Sie sind die Abhängigkeit vom Internet leid und wollen zurück in die physische Welt? Zur Nacht der Museen 2016 veranstaltet das NRW-Forum mit dem dritten Internetstadl einen „Yami-Ichi“, einen Internetflohmarkt, auf dem Produkte des Internets im Real Life verkauft werden – eine Art Offline-Feier für die Produkte des Netzes. Hier gibt’s Schmuck aus Algorithmen, Gedichte aus Spam und der Direktor singt persönlich Karaoke. Der Flohmarkt beginnt um 19 Uhr, Art Karaoke um 23 Uhr. Außerdem: Kurzführungen, Themenführungen und dialogischer Kunstvermittlung in allen Ausstellungsräumen bieten besondere Einblicke in die aktuellen Ausstellungen „Horst: Photographer of Style“, Mareike Foecking: “Reality hung up so I called“ und „Virtual Body: Der Mensch in der digitalen Kunst“. Bestimmt interessant wird’s um 24.00 Uhr bei der Führung „Kultur macht Spaß: Die Tour für Museumshasser“.

 

Alle Infos: www.nacht-der-museen.de

 

Quelle und Fotos: Düsseldorfer Nacht der Museen