Bewegte Kunst: Tinguely im Museum Kunstpalast

Bis zum 14. August 2016 präsentiert das Museum Kunstpalast in Kooperation mit dem Stedelijk Museum Amsterdam in einer umfangreichen Retrospektive das Werk des Schweizer Künstlers Jean Tinguely (1925–1991).

Bild: Maschinen-Plastiken von Jean Tinguely

Mit seinen kinetischen Objekten, den spielerisch-absurden Maschinen-Plastiken sowie mit seinen theatralischen Groß-Projekten und Aktionen gelang es Tinguely immer wieder aufs Neue, die musealen Grenzen in der Kunst zu überwinden und prägte damit entscheidend die künstlerische Entwicklung und das Erscheinungsbild der Kunst nach 1945.

 

Bild: Barbara Til und Beat Wismer
Barbara Til (links) und Beat Wismer haben die Tinguely-Retrospektive in Düsseldorf kuratiert.

Bei einer Pressekonferenz am 21.04.2016 stellten die Kuratoren Beat Wismer (Generaldirektor des Museum Kunstpalast) und Barbara Til (stellv. Leiterin der Sammlung des Museum Kunstpalast) die große Tinguely-Schau vor. „Heiter und spielerisch, laut, spaßig und bunt – so wirken Jean Tinguelys Werke auf den ersten Blick. Doch so fröhlich und optimistisch sie sein mögen, offenbart sich bei intensiverer Beschäftigung eine weitere Dimension, in der Aggression, die Lust am Zerstören und die Angst vor Vergänglichkeit und Tod künstlerisch aufgearbeitet werden“, erläutert Barbara Til.

 

Bild: Große Méta-Maxi-Maxi-Utopia, 1987
Große Méta-Maxi-Maxi-Utopia, 1987

Die Ausstellung ist als thematisch strukturierte Überblicksschau konzipiert, die den wichtigsten künstlerischen Themen Tinguelys nachgeht: beginnend bei den frühen, zart-poetischen Drahtplastiken und kinetischen Assemblagen, über seine weltberühmten Métamatics bis hin zu spektakulären Werken aus der Spätphase seines Schaffens, wie z.B. der 17 m großen, begehbaren Monumental-Skulptur "Große Méta-Maxi-Maxi-Utopia" oder dem legendären „Mengele-Totentanz“ von 1986, dessen Anlass der verheerende Brand eines Bauernhofs in Tinguelys Nachbarschaft war und in dem sämtliche verkohlte Überreste eine neue künstlerische Bestimmung gefuinden haben.

 

Bild: Maschinenskulpturen von Jean Tinguely
1959 organisierte die Düsseldorfer Galerie Schmela die erste Einzelausstellung von Jean Tinguely in Deutschland.

Neben seinem beeindruckenden plastischen Werk sind es Tinguelys Aktionen und Gemeinschaftsprojekte, sei es mit Yves Klein, Niki de Saint Phalle (, Bernhard Luginbühl, Daniel Spoerri oder Robert Rauschenberg, die besonders faszinieren und ein weiteres zentrales Thema der Ausstellung bilden.

 

Kuratorenführungen mit Barbara Til gibt es am 12. Mai und am 14. Juli (jeweils um 17.30 Uhr). Anmeldung erforderlich.

Jean Tinguely. Super Meta Maxi
23. 04. – 14. 08. 2016
Museum Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf
www.smkp.de/tinguely/

 

Text und Fotos: Oliver Erdmann | Quelle: Stiftung Museum Kunstpalast