Gursky – nicht abstrakt

Am 2. Juli eröffnet im K20 am Grabbeplatz eine beeindruckende Ausstellung mit Fotografien von Andreas Gursky. Der Düsseldorfer Starfotograf thematisiert die Abstraktion und schafft Werke an der Schwelle zur Malerei.

Bild: Marion Ackermann und Andreas Gursky

Kuratorin Marion Ackermann und Fotograf Andreas Gurky

Großes Interesse gab es am Freitag an der Pressekonferenz zur Eröffnung der neuen Gursky-Ausstellung im K20. Auch die Tagessschau war vor Ort und berichtete über die aktuelle Schau des Starfotografen. Marion Ackermann, Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und Kuratorin der Ausstellung, führte ausführlich in das Werk Andreas Gurskys und die Besonderheiten seiner Kunst im K20 ein. Erstmals trägt eine Gursky-Ausstellung einen Titel: „nicht abstrakt“.

Bild: Besucherin betrachtet Fotografie von Andreas Gurky

Rund 20 teils großformatige Fotografien sind in der Ausstellung zu sehen, die sich dem Thema der Abstraktion widmen. Doch Fotografie könne nicht abstrakt sein, da sie nie den Gegenstand verlasse, zitiert Ackermann den Fotokünstler. Die digitale Fotografie und Bildbearbeitung machen es Gursky möglich, seine Bilder – wie sonst nur ein Maler – detailliert zu komponieren. „Für manche Bilder habe ich ein halbes Jahr für die Bildbearbeitung gebraucht“, sagt Andreas Gursky. Seine neuesten Arbeiten zeigen zum Beispiel das Warenlager eines großen Versandhauses oder die Verkaufshalle eines großen Elektromarktes. Es seien zeitdiagnostische Werke, so Gursky, zum Teil „erschreckende Bilder“, da sie eben auch eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Dimension besitzen.

 

Unbetitelte Werke (Bilder unten) zeigen ein buntes Raster, extakt rechtwinklig ausgerichtet. Bei näherer Betrachtung erkennt man, dass es sich um Tulpenfelder handelt, aus der Luft fotografiert. So detailgenau, dass man einzelne Blumen erkennen kann. Die Fotografien erinnern an die Kunst des Malers Mark Rothko.

 

Bild: Detailausschnitt Gursky-Fotografie
Bild: Detailausschnitt Gursky-Fotografie

Bild: Gursky-Schau im K20

Während der Hauptteil der Ausstellung im Amerikaner-Saal des K20 gezeigt wird, konnte Gurky auch die Räume der Sammlung nutzen und hier seine Fotografien direkt mit den Gemälden berühmter Maler in Kontakt bringen. So entstehen spannende Dialoge (Bild links). Auch in anderen seiner Werke bezieht sich der Künstler auf das Werk großer Maler-Kollegen. Er fotografiert Jackson Pollock Bilder (unten links) oder setzt deutsche Kanzler vor ein Barnett Newman Bild (unten rechts).

 

Bild: Gursky Werk
Bild: Andreas Gursky Werk

Andreas Gursky ist einer der international erfolgreichsten Fotografen. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf, war Meisterschüler von Bernd Becher und lehrt heute selbst an der Kunstakademie in Düsseldorf.

Andreas Gursky – nicht abstrakt
02.07. – 06.11.2016
K20 Grabbeplatz
Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf

www.kunstsammlung.de

Text und Fotos: Oliver Erdmann