Ein Tizian als Kick-off

Vom 1. Oktober 2016 bis 22. Januar 2017 können Besucher_innen im Museum Kunstpalast „Hinter den Vorhang“ blicken. Die große Kunstschau von Tizian bis Christo thematisiert Verhüllung und Enthüllung seit der Renaissance.

Bild: "1546" (1993) von Jörg Sasse

"1546" (1993) von Jörg Sasse

Bild: Pressekonferenz mit Hans-Georg Lohe, Beat Wismer und Claudia Blümle
Auf einer Pressekonferenz am 29. September 2016 erläuterten die Kuratoren Beat Wismer und Claudia Blümle im Beisein von Kulturdezernent Hans-Georg Lohe (links) die Ausstellung.

Die von Beat Wismer, Generaldirektor des Düsseldorfer Museum Kunstpalast, und Claudia Blümle, Kunstprofessorin an der Berliner Humboldt-Universität, kuratierte Ausstellung umfasst mehr als 200 wertvolle Leihgaben international renommierter Museen und Sammlungen aus den USA und Europa. Die gezeigten Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Fotografien, Videos und Installationen spannen einen Bogen von der Renaissance bis hin zur zeitgenössischen Kunst.

 

Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf, dankte dem Kunstpalast-Chef Beat Wismer, der 2017 das Düsseldorfer Museum verlassen wird. „Ihm ist es gelungen, das Haus in die Liga der international renommierten Museum zu befördern“, sagt Lohe auf der Pressekonferenz am 29. Oktober. Mit der aktuellen Schau „Hinter dem Vorhang“ sei ihm ein erneut ein großer Wurf geglückt.

Bild: Prof. Claudia Blümle
Bild: Beat Wismer

Die Ausstellungsmacher Prof. Claudia Blümle und Beat Wismer bei der Pressekonferenz am 29. September 2016.

Bild: "Bildnis des Filippo Archinto" von Tizian
"Bildnis des Filippo Archinto" (1558) von Tizian

Bei einem Besuch im Philadelphia Museum of Art sei ihm das Schlüsselwerk der Düsseldorfer Ausstellung, Tizians „Bildnis des Filippo Archinto“ (1558), ins Auge gefallen, sagte Beat Wismer. Ihn habe der Kuratoren-Ehrgeiz gepackt, auch mal einen Tizian im eigenen Haus zu zeigen. Mit der Konzeption der Ausstellung, die zusammen mit Claudia Blümle entstanden sei, habe er schließlich den Zuschlag für den Tizian bekommen. Das Thema sei dann aber eine große Herausforderung gewesen. „Auf einmal wird der Louvre zum Gardinengeschäft“, scherzt Wismer. Plötzlich fielen einem überall Bilder mit Vorhängen auf. Bei der Auswahl der Kunstwerke musste man sich rigoros einschränken. „Hinter dem Vorhang“ zeige nur das Besten vom Besten.

 

Bild: "Wrapped Beetle" von Christo
"Wrapped Beetle 1963 (Objekt 2014)" (1963/2014) von Christo

Der Tizian war der Kick-off. Schnell sei klar gewesen, dass man auch an Christo nicht vorbeikäme. Von dem Verhüllungskünstler, der am 3. November zu einem Vortrag in die Ausstellung nach Düsseldorf kommen wird, stammt der verpackte VW-Käfer. Das Werk sei 1963 bei einer Aktion vor der Düsseldorfer Galerie Schmela entstanden, weiß Wismer zu berichten. Darüber hinaus sind auch Werke von zeitgenössischen Düsseldorfer Künstler_innen zu sehen, wie etwa mehrere Skulpturen von Paloma Varga-Weisz (Foto ganz unten). „In der Moderne verschließt sich der Vorhang wieder“, sagt Kuratorin Blümle, die Verhüllung sei jetzt das Thema.

Ein großartige Schau, für die man sich einige Zeit nehmen sollte.

 

Bild: "Rede in der Schule" von Thomas Huber und "Der Vorhang" von Neo Rauch
"Rede in der Schule" (1983) von Thomas Huber / "Der Vorhang (Dipthychon)" (2005) von Neo Rauch
Bild: "Herr, einen japanischen Holzschnitt bewundernd" von James Abbott McNeill Whistler
"Herr, einen japanischen Holzschnitt bewundernd" (um 1910) von James Abbott McNeill Whistler (Umkreis)

Bild: "Paar" von Maria Lassnig
"Paar" (2005) von Maria Lassnig
Bild: "Beulenmensch" von Paloma Varga Weisz
"Beulenmensch" (2002) von Paloma Varga Weisz

Hinter dem Vorhang. Verhüllung und Enthüllung seit der Renaissance.
Von Tizian bis Christo.
01.10.2016 – 22.01.2017
Museum Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf
www.smkp.de

Text und Fotos: Oliver Erdmann