Der böse Blick des Otto Dix

Vom 11. Februar bis 14. Mai 2017 präsentiert das K20 am Grabbeplatz eine umfassende Werkschau des Malers Otto Dix aus dessen Düsseldorfer Schaffensperiode. In der Ausstellung „Der böse Blick“ sind beeindruckende Porträts – darunter auch von Mutter Ey – zu sehen.

Bild: "Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey" von Otto Dix

Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey, 1924 / Öl auf Leinwand

Bild: Bilder aus dem Radierzyklus "Der Krieg" von Otto Dix
Bilder aus dem Radierzyklus "Der Krieg" von Otto Dix

Die Düsseldorfer Kunsthändlerin und „Künstlermutter“ Johanna Ey (1864-1947) setzte sich besonders für die Karriere des bis dato unbekannten Künstler Otto Dix ein. In Dresden gelang es ihm nicht Fuß zu fassen, und so kam Dix 1922 nach Düsseldorf. Er wohnte im Hinterzimmer der Galerie Ey und porträtierte u.a. den Kunstsammler Hans Koch. Dessen Frau Martha wurde Dix' Geliebte und beide heirateten ein Jahr später. Die Jahre in Düsseldorf waren für den Maler aber auch künstlerisch erfolgreich. Er war überaus produktiv und erlernte an der Düsseldorfer Kunstakademie die sogenannte Aquatinta-Technik, die er etwa für seinen Radierzyklus „Der Krieg“ (1924), der aktuell in der Grabbe-Halle des K20 gezeigt wird, einsetzte. Mit drastischen Bildern gibt der Künstler, der als Soldat im Ersten Weltkrieg kämpfte, die Greuel des Krieges wieder.

Bild: Dr. Susanne Meyer-Büser, Kuratorin der Ausstellung, im Interview vor dem Otto-Dix-Gemälde "Bildnis der Tänzerin Anita Berber"
Dr. Susanne Meyer-Büser, Kuratorin der Ausstellung, im Interview vor dem Otto-Dix-Gemälde "Bildnis der Tänzerin Anita Berber"

Bekannt ist Otto Dix aber für seine Porträts, die schon damals berühmt-berüchtigt waren. Er setzte seine Modelle ohne Rücksicht auf gängige ästhetische Normen „mit bösem Blick“ in Szene. Das traf schon in der Weimarer Zeit auf breites Interesse. „Es war chic, sich von Dix porträtieren zu lassen“, sagte Dr. Susanne Meyer-Büser, Kuratorin der Ausstellung, bei der Pressekonferenz am 9. Februar 2017 im K20. „Seine Bilder sind Skandale“, so die Ausstellungsmacherin mit Blick auf die Darstellungen von Bordellszenen und zwielichtigen Gestalten. Die Architektur der Ausstellung unterstreicht die Sichtweise des Künstlers, der zahlreiche Straßenszenen abbildete. Die Besucher_innen durchlaufen die Klee-Halle im K20 wie über verwinkelte Straßen und betreten acht, in kräftigen Wandfarben gestaltete „Häuser“ zu unterschiedlichen Themen. Zwei „Straßenkreuzungen“ markieren die Anfänge und das Ende der dreijährigen Periode von Otto Dix in Düsseldorf.

Bild: Doppelbildnis Dix - Günther
Doppelbildnis Dix - Günther (Otto Dix gemalt von Kurt Günther, Kurt Günther gemalt von Otto Dix), 1920
Bild: Selbstporträt von Otto Dix
Selbstporträt, 1922 / Aquarell und Bleistift auf Papier

Bild: "Artisten" von Otto Dix
Artisten. 4 Figuren (drei Frauen, ein Mann) nebeneinandergereiht vor violettem Grund, 1922
Bild: "Der Gott der Friseure" von Otto Dix
Der Gott der Friseure, 1922 / Bleistift, Tuschpinsel und Aquarell auf Papier

Otto Dix – Der böse Blick
11.02. - 14.05.2017
K20 GRABBEPLATZ, Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf
www.kunstsammlung.de/otto-dix

 

Text und Fotos: Oliver Erdmann