Deutscher Tanzpreis für Raimund Hoghe

Der Düsseldorfer Choreograf Raimund Hoghe erhält den Deutschen Tanzpreis 2020. Die höchste Auszeichnung, die der Tanz in Deutschland zu vergeben hat, wird am 17. Oktober wird im Aalto-Theater Essen verliehen.

Bild: Raimund Hoghe
Raimund Hoghe erhält den Deutschen Tanzpreis 2020 für sein Lebenswerk. // Foto: Rosa-Frank.com

Mit dem Deutschen Tanzpreis werden herausragende Persönlichkeiten des Tanzes in Deutschland geehrt – ganz gleich, ob sie auf oder hinter der Bühne, in Pädagogik, Publizistik, Wissenschaft oder anderen Bereichen des Tanzschaffens wirksam waren und sind. Zudem werden Interpret*innen, Ensembles und Projekte in der Tanzlandschaft für zukunftsorientierte Initiativen, modellhafte Konzepte oder außergewöhnliche Produktionen ausgezeichnet.


Am 19. Februar hat die Jury die Preisträger*innen des Jahres 2020 gewählt. Den mit 20.000 Euro dotierten Deutschen Tanzpreis 2020 erhält der Choreograf Raimund Hoghe. „Mit dem Tanzpreis 2020 wird das Lebenswerk eines Künstlers geehrt, der nie versucht hat, das System zu bedienen, sondern es mit ungewöhnlichem Mut und persönlichem Einsatz zu verändern“, heißt es in der Jurybegründung.

 

Bild: Raimund Hoghe - Momentos of Young People
Raimund Hoghe (Mitte) als Akteur in seinem Stück "Momentos of Young People". // Foto: Rosa-Frank.com

Raimund Hoghe (1949 in Wuppertal geboren) gehört seit Jahren international zu den wichtigsten Choreograf*innen des Tanztheaters, die sowohl ästhetisch als auch politisch Maßstäbe setzen. Seit 1989 entwickelt er eigene Theaterarbeiten für verschiedene Tänzer und Schauspieler. 1994 realisierte er das erste Solo für sich „Meinwärts“, dem „Chambre séparée“ (1997) und „Another Dream“ (2000) als Trilogie über das vergangene Jahrhundert folgten. 2006 erhielt er den „Prix de la critique Francaise“ für „Swan Lake, 4 Acts“ in der Kategorie „Beste ausländische Produktion“. 2019 ernannte ihn der französische Kulturminister zum „Of ficier de l’ordre des Arts et des Lettres“. Anfang 2020 feierte sein neuestes Stück „Postcards from Vietnam“ Premiere am Tanzhaus NRW in Düsseldorf. Der offen schwule Künstler war ab 1980 zehn Jahre lang Dramaturg bei Pina Bausch in Wuppertal und stand erstmals 1990 als Tänzer auf der Bühne.


Eine Ehrung des Deutschen Tanzpreises für herausragende künstlerische Entwicklungen im Tanz erhält der Tänzer und Choreograf Raphael Hillebrand (Berlin). Für herausragende Impulse im zeitgenössischen Tanz wird die Hamburger Choreografin Antje Pfundtner geehrt. Eine Ehrung als herausragender Interpret erhält der Stuttgarter Tänzer Friedemann Vogel. Diese Ehrungen sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert.


Zum dritten Mal wird der Deutsche Tanzpreis durch den Dachverband Tanz Deutschland verliehen, der bundesweiten Stimme für den künstlerischen Tanz. Schirmherr des Deutschen Tanzpreises ist Prof. Dr. Norbert Lammert, Bundestagspräsident a. D.

 

Text: Oliver Erdmann | Quelle: Deutscher Tanzpreis 2020