Biografien einmal anders

Wer sich gern in Biografien bekannter Persönlichkeiten vertieft, sollte sich diese Graphic Novels einmal ansehen: ein Bio-Comic über David Bowie, ein biografischer Rückblick auf die Kindheit von Star Trek-Schauspieler George Takei und die Lebensgeschichte von Emmy Ball-Hennings.

Bild: Drei Buchcover

Bild: Buchcover "Bowie"

Zu Lebzeiten war David Bowie eine Ikone der modernen Popkultur, die kaum jemand an magnetischer Ausstrahlung überbieten konnte. Er vermochte es, Fans seiner Musik und seiner außerordentlichen Person im Zeichen einer kulturellen Gegenbewegung in den Bann zu ziehen. Im Tode nahm die Intensität des Kults um Bowie nur noch zu. Allein durch seine Musik erschuf Bowie ein beachtliches Vermächtnis, dem aber seine generelle Rolle in den wichtigen Anfängen eines neuen Kulturverständnisses in nichts nachsteht. Als visuell erstklassiger Performer trotzte er mit seiner psychedelisch anmutenden Ästhetik allen Klischees und Schubladen… überlebensgroß und schillernd, erschien seine Persönlichkeit manchmal fast surreal.


BOWIE: STERNENSTAUB, STRAHLENKANONEN UND TAGTRÄUME zeichnet die unterschiedlichen Stadien von Bowies Karriere von Obskurität zu Ruhm auf. Aufstieg und Fall seines Alter Egos Ziggy Stardust, der stete Erfolg von AS THE SPIDERS und der womöglich größte Ausnahmekünstler unserer Zeit – der konstante Kampf: Bowie vs. Ziggy. Kurzum: ein kulturelles Comicmanifest der absoluten Extraklasse.

Bowie
Sternenstaub, Strahlenkanonen und Tagträume
Laura Allred, Michael Allred, Steve Horton
160 Seiten
Verlag Cross Cult
ISBN 978-3-966580-81-6
35 Euro

 

Bild: Buchcover "They Called Us Enemy"

Ein dunkles Kapitel der US-Geschichte: In dieser beeindruckenden Graphic Novel schildert George Takei seine Erlebnisse in jenen Internierungslagern, die von den USA im 2. Weltkrieg für den Teil der Bevölkerung mit japanischen Wurzeln eingerichtet wurden. Die Welt des vierjährigen George verändert sich von dem einen Moment auf den anderen, als sich eines Morgens sein Heimatland im Krieg mit dem seines Vaters befindet. Seine ganze Familie? Plötzlich DER FEIND.


Die Graphic Novel, kreiert von Takei und den Co-Autoren Justin Eisinger, Steven Scott sowie Zeichnerin Harmony Becker, liefert Antworten zu Fragen, die gerade im heutigen Amerika, geprägt durch neu aufflammende Konflikte innerhalb der Gesellschaft und mit anderen Nationen, wichtiger sind denn je: Was ist ein US-Amerikaner? Wer entscheidet das? Wenn die Welt sich gegen dich wendet: Was kann ein einzelner Mensch bewirken?


They Called Us Enemy
Eine Kindheit im Internierungslager
George Takei, Harmony Becker, Justin Eisinger, Steven Scott
208 Seiten
Verlag Cross Cult
ISBN 978-3-966580-39-7
25 Euro

 

Bild: Buchcover "Alles ist dada"

Emmy Ball-Hennings war Schriftstellerin und Dichterin, nebenbei galt sie als Muse der Literaten und Künstler der avantgardistischen Bohème-Szene, die sich Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in Berlin und München entwickelte. Sie schrieb Gedichtbände und Romane, kam aber aufgrund ihrer prekären Lebensumstände häufig mit dem Gesetz in Konflikt. Nach einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe emigrierte sie in die Schweiz. Gemeinsam mit Hugo Ball gründete Emmy Hennings im Jahre 1916 mit dem Zürcher „Cabaret Voltaire“ die Geburtsstätte der Dada-Bewegung. Die zu Unrecht Vergessene, wenn es um diese Zäsur in der Kunstgeschichte geht, hielt das „Cabaret Voltaire“ wirtschaftlich durch ihre Tätigkeit als Sängerin und ihre anziehende Ausstrahlung am Laufen.


Fernando González Viñas und José Lázaro erzählen in „Alles ist Dada“ die Geschichte eines Lebens, das in seiner Radikalität vollkommen aus der Zeit gefallen zu sein schien.

Alles ist Dada
Emmy Ball-Hennings
Fernando González Viñas, José Lázaro
232 Seiten
avant-verlag
ISBN 978-3-96445-034-0
25 Euro

 

Quelle: Buchverlage