dq-Lesetipp | November 2020

Das Team der Lesben- und Schwulen-Bibliothek Düsseldorf stellt hier regelmäßig lesenswerte Bücher vor. Diesmal: „Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber“ von Johannes Kram und „Stadtgeschichten“ von Armistead Maupin. Viel Freude beim Lesen!

Bild: Lesetipp November 2020

Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber … Die schrecklich nette Homophobie in der Mitte der Gesellschaft

Johannes Kram

Die neue Homophobie ist nicht das Problem dumpfer Stammtische. Sie schwelt hinüber zu den Orten des links-intellektuellen Milieus bis hin zu den Grünen. Sie findet sich im Feuilleton, am Theater, im politischen Kabarett. Im Prinzip ist die neue Homophobie natürlich die alte. Neu ist, dass es sich um eine Homosexuellenfeindlichkeit handelt, die auf ihrer Homosexuellenfreundlichkeit beharrt.
"Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber …" ist ein Buch für Heteros und Homos, eines das Brücken schlägt, aber auch konstruktiven Streit provoziert. Johannes Kram ist überzeugt: Wenn Heterosexuelle Homophobie nicht reflexhaft von sich weisen, sondern sich mit der strukturellen, gesellschaftlichen, aber auch mit der versteckten individuellen beschäftigen, könnten sie eine Menge über sich selbst und die Verfasstheit unserer Gesellschaft lernen.
Querverlag | ISBN 978-3-89656-260-9

 

Bild: Buchcover "Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber"

Stadtgeschichten (Zyklus – 9 Bände)

Armistead Maupin

Der Zyklus umfasst nicht nur 9 Bände, sondern ist auch grob in 3 Trilogien gegliedert, die in den späten 70ern, den frühen 80ern und ab 2005 spielen. Erzählt werden in kurzen Kapiteln und rasch wechselnden Handlungsebenen die Leben von Michael „Mouse“ Tolliver, Mary Ann Singleton und Mrs. Anna Madrigal.
Sie leben in San Francisco, in der Barbary Lane 28. Mrs. Madrigal (ihr Name ist ein Akronym) ist die Vermieterin, die anderen Romanfiguren sind ihre Mieter. So beginnt es. Nach und nach werden sie zu Freunden, zu Familie. Auch andere Mieter wie Mona Ramsay und Brian Hawkins spielen eine Rolle.
Sie suchen die Liebe und finden sie auch – manchmal und nicht für immer. Das Leben ist hart, aber voller Lachen. Wir erfahren, wie es ist als schwuler Mann in dieser Stadt zu leben und als Hetero-Frau den eigenen Weg zu gehen.
Die ganze Bandbreite der LSBTIQ*-Persönlichkeiten wird mit all ihren Eigenheiten geschildert. Damit keine Langeweile aufkommt, gibt es genug Dramen und Geheimnisse. Ein Privatdetektivspielt eine Rolle. Es geht um Sekten, Kannibalismus, Entführungen, AIDS, Affären, Sex und Liebe. Um den Kopf frei zu bekommen, wird auch gerne mal Urlaub auf Lesbos, in England, in Alaska oder Nevada gemacht.
Die − meiner Meinung nach − großartigste Serie, die jemals über unsere Community geschrieben wurde. (Markus Gickeleiter)

Die Bibliothek hat den Zyklus komplett in deutscher Sprache, sowie Band 1 + 6 in englischer und Band 2-6 in französischer Sprache in ihrem Bestand.

Rowohlt Verlag

 

Bild: Buchcover "Stadtgeschichten"

Die Bücher können bei der LUSBD Lesben- und Schwulen-Bibliothek Düsseldorf kostenlos ausgeliehen werden.

 

Lesben- und Schwulenbibliothek Düsseldorf
im Bürgerhaus Angermund
Graf-Engelbert-Str. 9
40489 Düsseldorf
Geöffnet jeden Sonntag von 15.00 bis 16.30 Uhr

www.lusbd.de

 

dq – düsseldorf queer dankt dem Team der LUSBD für die nette Zusammenarbeit.