15 queere Filme im Bambi

Vom 1. bis 5. September zeigt das queerfilmfestival wieder die besten queeren Filme des Jahres – in elf deutschen Städten, darunter auch im Bambi-Kino auf der Klosterstraße. Das Programm umfasst 15 herausragende nicht-heterosexuelle Filme, viele davon in deutscher Erstaufführung.

Bild: Queerfilmfestival. Die besten queeren Filme des Jahres

Als Eröffnungsfilm wird Peeter Rebanes packender historischer Liebesthriller „Firebird“ gezeigt, der auf einem sowjetischen Luftwaffenstützpunkt auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs spielt und von der verbotenen Liebe zwischen einem jungen Soldaten und einem Kampfpiloten erzählt. Das diesjährige Festivalmotto stammt aus dem bildstarken Kurzfilm „We Will Become Better“ des lettischen Regisseurs Andzej Gavriss. Die Liebesgeschichte um zwei junge Männer, die getrennt voneinander tanzen müssen, setzt sich kritisch mit der homophoben Gesetzgebung und dem queerfeindlichen Klima im heutigen Russland auseinander und ruft laut: любовь – право каждого – Jede*r hat das Recht auf Liebe!

 

Bild: Filmstill "Firebird"
„Firebird“ von Peeter Rebane // Foto: Filmstill, Queerfilmfestival

Gespenstisch amourös wird es in der australischen Teenager-Rom-Com „Ellie & Abbie“ von Monica Zanetti, wenn die 17-jährige Ellie endlich den Mut aufbringt, ihre Mitschülerin Abbie um ein Date zu bitten und dabei überraschende Unterstützung aus dem Jenseits bekommt. Der queere französische Arthouse-Star Nicholas Maury spielt sich in seinem hinreißenden Regiedebüt „Die Rolle meines Lebens“ vermutlich ein wenig selbst und glänzt als übersensibler Schauspieler mit einem blühenden Strauß aus Neurosen. Der schwedische Regisseur Johan von Sydow porträtiert in „Tiny Tim“ eine der seltsamsten Figuren der US-amerikanischen Popkultur, die mit Ukulele und Falsetto-Gesang ihr Publikum in einen queeren Bann zog, der weit über exzentrische Bühnenauftritte hinausragte.

 

Bild: Filmstill "Ellie & Abbie"
„Ellie & Abbie“ von Monica Zanetti // Foto: Filmstill, Queerfilmfestival

In „Boy Meets Boy“ von Daniel Sánchez López hat Harry nur noch 15 Stunden Zeit, um seinem Club-Schwarm Johannes näher zu kommen, bevor er nach Großbritannien zurückfliegen muss – ein intensiver und authentischer Liebesfilm aus Berlin. Aleksandr M. Vinogradov ist in seinem körperlich-expliziten Dokumentarfilm „Bare“ elf nackten Tänzern auf den Fersen, die zusammen das neue Stück des belgischen Star-Choreografen Thierry Smits auf die Bühne bringen. In „Young Hunter“, dem neuen Film des argentinischen Teddy-Preisträgers Marco Berger, nutzt ein Teenager die sturmfreie Bude, um endlich zum ersten Mal Sex zu haben, und tappt dabei in eine gefährliche Falle.

 

Bild: Filmstill "Young Hunter"
„Young Hunter“ von Marco Berger // Foto: Filmstill, Queerfilmfestival

Die italienische Regisseurin Anna Alfieri erzählt in „Borderline“ die persönliche Geschichte ihrer ersten Liebe entlang von größten Glücksgefühlen und tiefen Schmerzen. In Evi Romens bildgewaltigem Berg- und Außenseiterdrama „Hochwald“ kehrt ein junger Tänzer widerwillig in sein Heimatdorf zurück und muss sich dort von alten Dämonen befreien. Der Dokumentarfilm „Kink“ von Alberto Fuguet zeichnet die Erfolgsgeschichte des gleichnamigen homoerotischen Fanzines aus Barcelona anhand eines Porträts seiner beiden Macher Paco und Manolo nach.

 

Bild: Filmstill "Borderline"
„Borderline“ von Anna Alfieri // Foto: Filmstill, Queerfilmfestival

Im mitreißenden Biopic „Tove“ erzählt Zaida Bergroth vom aufregenden Leben der Autorin und Zeichnerin Tove Jansson, die mit ihren „Mumin“-Büchern und -Comics weltweit berühmt wurde und ganz selbstverständlich mit den Geschlechter­rollen ihrer Zeit brach. Monika Treut sucht in „Genderation“ über zwei Jahrzehnte nach ihrem queeren Filmklassiker „Gendernauts“ (1999) die einstigen Pionier*innen der Transbewegung in Kalifornien auf und fragt sie, wie sich ihr Leben verändert hat. Ein ehemaliger Turmspringer gabelt in Stelios Kammitsis‘ sommerlichem Roadmovie „Sprung ins kalte Wasser“ auf seinem Trip durch Europa einen wagemutigen Deutschen auf. Und in „Cicada“ von Matthew Fifer und Kieran Mulcare driften zwei frisch Verliebte durch New York City.

 

Bambi Filmstudio, Klosterstraße 78, 40211 Düsseldorf

Tickets online unter www.filmkunstkinos.de/specials/queerfilmfestival-bambi-2021/

 

Bild: Filmstill "Sprung ins kalte Wasser"
„Sprung ins kalte Wasser“ von Stelios Kammitsis // Foto: Filmstill, Queerfilmfestival

Programm

Mittwoch, 1. September
21.00 Uhr (als Vorfilm zu „Firebird“)
„We Will Become Better“ von Andzej Gavriss, RU 2021, 7 Minuten
21.00 Uhr
„Firebird“ von Peeter Rebane, EE/UK 2021, 107 Minuten

Donnerstag, 2. September
17.00 Uhr
„Ellie & Abbie“ von Monica Zanetti, AU 2020, 82 Minuten
19.00 Uhr
„Bare“ von Aleksandr M. Vinogradov, BE 2020, 91 Minuten
21.30 Uhr
„Die Rolle meines Lebens“ von Nicholas Maury, FR 2020, 110 Minuten

Freitag, 3. September
17.00 Uhr
„Tiny Tim“ von Johan von Sydow, HR/NO/SE/US 2020, 78 Minuten
19.00 Uhr
„Borderline“ von Anna Alfieri, UK 2021, 105 Minuten
21.30 Uhr
„Young Hunter“ von Marco Berger, AR 2020, 101 Minuten

Samstag, 4. September
17.00 Uhr
„Hochwald“ von Evi Romen, AT/BE 2020, 107 Minuten
19.30 Uhr
„Boy Meets Boy“ von Daniel Sánchez López, DE 2020, 75 Minuten
21.30 Uhr
„Kink“ von Alberto Fuguet, CL/ES 2021, 102 Minuten

Sonntag, 5. September
14.15 Uhr
„Tove“ von Zaida Bergroth, FI/SE 2020, 100 Minuten
16.45 Uhr
„Genderation“ von Monika Treut, DE 2021, 88 Minuten
19.00 Uhr
„Sprung ins kalte Wasser“ von Stelios Kammitsis, CY/GR/IT 2021, 80 Minuten
21.00 Uhr
„Cicada“ von Matthew Fifer & Kieran Mulcare, US 2020, 94 Minuten

Text: red. OE | Quelle: Queerfilmfestival