Thomas Ruff im K20

Mit der Ausstellung „Thomas Ruff“ zeigt die Kunstsammlung NRW eine umfangreiche Überblicksschau über einen der wichtigsten Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule. Bis zum 7. Februar 2021 sind Werkserien der letzten zwanzig Jahre im K20 zu sehen.

Bild: Thomas Ruff - Werkserie Fotogramme
Seit 2012 arbeitet Thomas Ruff an seiner Werkserie "Fotogramme". // Foto: Oliver Erdmann

Eigentlich hätte die Ausstellung im K21 gezeigt werden sollen, wo ja konzeptionell die zeitgenössische Kunst zu Hause ist. Doch coronabedingt musste auch die Kunstsammlung NRW einige ihrer Pläne über den Haufen werfen. Nun also ist das Werk von Thomas Ruff in der Klee-Halle des K20 zu sehen. In einem Parcours mit acht Raumteilen werden den Besucher*innen 13 Werkserien des Düsseldorfer Künstlers nahegebracht.

 

Bild: Thomas Ruff - Werkserie press++
Bilder aus der Serie "press++" empfangen die Besucher*innen in der K20-Ausstellung. // Foto: Oliver Erdmann

Die Schau bietet damit einen umfangreichen Überblick über das Werk eines der wichtigsten Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule. Es wird ein Bogen gespannt von Serien der 1990er-Jahre, die Ruffs einzigartigen konzeptuellen Zugang zur Fotografie dokumentieren, bis hin zu einer neuen Serie, die nun erstmals zu sehen ist: Für „Tableaux chinois“ griff Ruff auf chinesische Propagandafotografien zurück.

 

Bild: Werke von Thomas Ruff
Die Pressekonferenz zur Thomas Ruff Ausstellung im K20 fand am 10. September 2020 vor den großformatigen Fotografien aus der neusten Werkserie "Tableaux chinois" statt. // Foto: Oliver Erdmann

„Mit seinen Bearbeitungen von Fotografien aus vielen unterschiedlichen Quellen kommentiert Thomas Ruff auf ungemein kluge Weise das Sehen von Bildern in einer digitalisierten Welt. Durch seinen virtuosen Umgang mit der digitalen Bildbearbeitung konfrontiert er uns mit einer kritischen Betrachtung des von ihm verwendeten Bildmaterials und mit dessen historischer, politischer und erkenntnistheoretischer Bedeutung. Einige seiner bedeutendsten Serien sind in unserer Sammlung vertreten und wir sind sehr stolz, diesem prominenten Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule eine große Ausstellung in K20 zu widmen“, so Susanne Gaensheimer, Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

 

Bild: Thomas Ruff und Susanne Gaensheimer
Thomas Ruff und Susanne Gaensheimer, Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. // Foto: Oliver Erdmann

Thomas Ruff (*1958) ist einer der international bedeutendsten Künstler seiner Generation. Bereits als Student in der Klasse der Fotografen Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf wählte er in den frühen 1980er-Jahren einen konzeptuellen Zugang zur Fotografie, der sich in allen Werkgruppen seines vielgestaltigen Œuvres zeigt und seinen Umgang mit den unterschiedlichsten Bildgattungen und historischen Möglichkeiten der Fotografie bestimmt.

 

Die Ausstellung im K20 konzentriert sich auf Bildserien aus zwei Jahrzehnten, bei denen der Künstler kaum noch selbst eine Kamera zur Hand nahm. Für seine oft großformatigen Bilder verwendete er stattdessen vorhandenes fotografisches Material unterschiedlichster Herkunft.

 

Bild: Thomas Ruff - Werkserie "nudes"
Für seine Werkserie "nudes" griff Thomas Ruff auf Internetfotos zurück. // Foto: Oliver Erdmann

Aus der von 2010 bis 2014 entstandenen Serie „ma.r.s.“ sind acht bisher noch nicht gezeigte Werke zu sehen, für die Ruff Bilder einer Mars-Sonde der NASA verwendet hat. Durch eine 3D-Brille betrachtet, bietet sich ein interessanter Blick auf die zerklüftete Oberfläche des roten Planeten.

 

Bild: Thomas Ruff - Werkserie "ma.r.s"
Thomas Ruffs Mars-Bilder erschließen sich den Besucher*innen am besten durch eine 3D-Brille. // Foto: Oliver Erdmann

Parallel zur Ausstellung von Thomas Ruff zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ebenfalls im K20 (Grabbe-Halle) eine Sammlungspräsentation mit dem Titel „Technology Transformation. Fotografie und Video in der Kunstsammlung“, in der es auch um die künstlerische Fotografie und technische Bildgebungsverfahren in der Kunst geht und wo weitere Werke von Thomas Ruff zu sehen sind.

 

Thomas Ruff
12.9.2020 – 7.2.2021
K20
Infos unter www.kunstsammlung.de

 

Text: Oliver Erdmann | Quelle: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen