CSD 2026: Bunt und laut

Mehrere Tausend Menschen haben sich gestern an der CSD-Demonstration durch die Düsseldorfer Innenstadt beteiligt. Unter dem Motto „Wir bleiben bunt und laut“ setzten sich die Teilnehmenden für eine vielfältige Gesellschaft ein.

Pride-Demonstration mit Menschen in Weiß, die Regenbogenfahnen tragen und durch eine Stadt marschieren.
Fußgruppe mit Regenbogenfahnen vor dem Kö-Bogen am Corneliusplatz. // Foto: Oliver Erdmann

Der CSD Düsseldorf e.V. hatte die LSBTIQ*-Community der Landeshauptstadt für Samstag, den 6. Juni 2026, zur diesjährigen Pride-Demonstration aufgerufen. Laut Angaben der Veranstalter nahmen rund 8.000 Menschen an der Demo teil, die am Mittag am Graf-Adolf-Platz startete. Dieses Jahr war die Wegstrecke besonders lang. Ab 13.45 Uhr ging es zunächst Richtung Hauptbahnhof, dann zur Königsallee und durch die Karlstadt bis zum Rheinufer. Am späten Nachmittag wurde der Demonstrationszug dann am Johannes-Rau-Platz erwartet.

 

Große Menschenmenge bei einem Pride-Festival an einem Fluss mit bunten Ständen, einer Bühne und historischen Gebäuden im Hintergrund.
Am Samstagnachmittag war auf dem CSD-Straßenfest am Rheinufer viel los. // Foto: Oliver Erdmann

Hier fand bereits seit Donnerstag das Straßenfest mit Gastro-, Verkaufs- und Infoständen und einem Bühnenprogramm statt. Community-Vereine und Organisationen, wie die Aidshilfe Düsseldorf, das Queere Zentrum, queere Sportvereine und viele andere hatten auf der Wiese zwischen KIT und Staatskanzlei ihre Zelte aufgeschlagen und informierten über ihre Angebote. Es gab außerdem Treffpunkte für queere Senior*innen oder Regenbogenfamilien, Werbestände diverser Parteien und einen Gemeinschaftsstand unterschiedlicher Ämter und Institutionen der Stadt Düsseldorf.

 

Roter LKW mit Regenbogen-Dekoration und der Aufschrift 'GO FOR LOVE', auf dem Menschen stehen und feiern.
Der CSD-Truck von Vodafone. // Foto: Oliver Erdmann

An der Demonstration beteiligten sich außerdem in Düsseldorf ansässige Firmen wie Henkel, Vodafone und L’Oreal. Deren Trucks sorgten mit lauter Musik für viel Stimmung. Es gab mehrere Dutzend Fußgruppen, darunter Mitarbeitende der Stadt und der Bezirksregierung Düsseldorf, Abgeordnete des NRW-Landtags, Beschäftigte in der Landesverwaltung, eine Gruppe chinesischer Queers, das Jugendzentrums PULS* und – in einem stillen Block am Ende des Demonstrationszuges – Aktivist*innen des Queeren Zentrums Düsseldorf, der Gruppe Autistic-Pride sowie queere Senior*innen und Gehbehinderte, die die Strecke im Pride-Bus der Rheinbahn bewältigen konnten.

 

Zwei Personen in glitzernden Outfits und bunten Perücken auf einem Wagen mit Regenbogen-Dekoration, die jubelnd ihre Arme heben.
Die Düsseldorfer Dragqueens Effi Biest (links) und Mieze McCripple machten Stimmung. // Foto: Oliver Erdmann

Hingucker waren wie immer die aufwändigen Kostüme der Dragqueens, die Pink Poms, die der Karnevalswagen der KG Regenbogen flankierten, und die Fetischliebhaber*innen in Leder- und Puppy-Outfits. Gegen Ende fiel auch eine Gruppe schwarz-gekleideter Demonstrant*innen auf, die einen Sarg mit sich trugen und gegen die städtischen Kürzungen queerer Projekte wie „Queer im Alter“ protestierten. Andere Teilnehmende demonstrierten mit selbst gestalteten Plakaten für die Rechte von trans* Menschen und gegen Diskriminierung. Somit gab es beim diesjährigen Düsseldorfer CSD eine gute Mischung aus Pride und Protest.

 

Gruppe von Menschen bei einer Pride-Demonstration, die einen Sarg mit Regenbogen-Schleifen ziehen und ein Banner mit der Aufschrift 'Nähe trifft Kälte. Gegen Einsparungen im sozialen Bereich' tragen.
Protest gegen die städtischen Einsparungen im sozialen Bereich: Mit dem Slogan "Nähe trifft Kälte" (angelehnt an den Düsseldorf-Slogan "Nähe trifft Freiheit") und einem schwarzen Sarg sorgten Demonstrant*innen für Aufsehen. // Foto: Oliver Erdmann
Regenbogen-Parade mit Menschen, die bunte Schilder und Regenschirme halten, darunter eines mit der Aufschrift 'Of all the things we could fear, we pick love'.
Zahlreiche Menschen beteiligten sich mit selbst gestalteten Plakaten an der CSD-Demo. // Foto: Oliver Erdmann
Pride-Demonstration mit Teilnehmenden, die Schilder mit Botschaften wie 'Differences are beautiful, equality is a must' und 'No homophobia – roar for justice' halten.
Demonstrant*innen beim Düsseldorfer CSD. // Foto: Oliver Erdmann
Pride-Parade mit bunt gekleideten Menschen, Regenbogenfahnen und einem Banner mit der Aufschrift 'Einhorn statt Amtschimmel'.
Bei der CSD-Demo 2026 liefen Mitarbeitende der Bezirksregierung, der Landesverwaltung und die Queeren Bürofreunde mit. // Foto: Oliver Erdmann
Gruppe von Jugendlichen bei einer Pride-Demo mit einem Banner, auf dem 'Düsseldorfs Jugend pulsiert' und 'PULS jung & queer' steht, sowie einem Schild mit 'Protect Trans Kids'.
Traditionell war beim CSD Düsseldorf auch das queere Jugendzentrum PULS* mit dabei. // Foto: Oliver Erdmann
Bunter Pride-Wagen mit der Aufschrift 'Superhelden der Vielfalt', einer riesigen Flamme, die einen goldenen Globus trägt, und Figuren in knalligen Farben.
Der Karnevalswagen der KG Regenbogen ist bei der CSD-Demo immer ein Hingucker. // Foto: Oliver Erdmann
Gruppe von Personen in pinken Outfits mit Pompons, die eine Choreografie bei einer Pride-Veranstaltung aufführen.
Die Pink Poms aus Köln sind seit Jahren beim Düsseldorfer CSD mit dabei. // Foto: Oliver Erdmann

Text: Oliver Erdmann