Mehrere Tausend Menschen haben sich gestern an der CSD-Demonstration durch die Düsseldorfer Innenstadt beteiligt. Unter dem Motto „Wir bleiben bunt und laut“ setzten sich die Teilnehmenden für eine vielfältige Gesellschaft ein.

Der CSD Düsseldorf e.V. hatte die LSBTIQ*-Community der Landeshauptstadt für Samstag, den 6. Juni 2026, zur diesjährigen Pride-Demonstration aufgerufen. Laut Angaben der Veranstalter nahmen rund 8.000 Menschen an der Demo teil, die am Mittag am Graf-Adolf-Platz startete. Dieses Jahr war die Wegstrecke besonders lang. Ab 13.45 Uhr ging es zunächst Richtung Hauptbahnhof, dann zur Königsallee und durch die Karlstadt bis zum Rheinufer. Am späten Nachmittag wurde der Demonstrationszug dann am Johannes-Rau-Platz erwartet.

Hier fand bereits seit Donnerstag das Straßenfest mit Gastro-, Verkaufs- und Infoständen und einem Bühnenprogramm statt. Community-Vereine und Organisationen, wie die Aidshilfe Düsseldorf, das Queere Zentrum, queere Sportvereine und viele andere hatten auf der Wiese zwischen KIT und Staatskanzlei ihre Zelte aufgeschlagen und informierten über ihre Angebote. Es gab außerdem Treffpunkte für queere Senior*innen oder Regenbogenfamilien, Werbestände diverser Parteien und einen Gemeinschaftsstand unterschiedlicher Ämter und Institutionen der Stadt Düsseldorf.

An der Demonstration beteiligten sich außerdem in Düsseldorf ansässige Firmen wie Henkel, Vodafone und L’Oreal. Deren Trucks sorgten mit lauter Musik für viel Stimmung. Es gab mehrere Dutzend Fußgruppen, darunter Mitarbeitende der Stadt und der Bezirksregierung Düsseldorf, Abgeordnete des NRW-Landtags, Beschäftigte in der Landesverwaltung, eine Gruppe chinesischer Queers, das Jugendzentrums PULS* und – in einem stillen Block am Ende des Demonstrationszuges – Aktivist*innen des Queeren Zentrums Düsseldorf, der Gruppe Autistic-Pride sowie queere Senior*innen und Gehbehinderte, die die Strecke im Pride-Bus der Rheinbahn bewältigen konnten.

Hingucker waren wie immer die aufwändigen Kostüme der Dragqueens, die Pink Poms, die der Karnevalswagen der KG Regenbogen flankierten, und die Fetischliebhaber*innen in Leder- und Puppy-Outfits. Gegen Ende fiel auch eine Gruppe schwarz-gekleideter Demonstrant*innen auf, die einen Sarg mit sich trugen und gegen die städtischen Kürzungen queerer Projekte wie „Queer im Alter“ protestierten. Andere Teilnehmende demonstrierten mit selbst gestalteten Plakaten für die Rechte von trans* Menschen und gegen Diskriminierung. Somit gab es beim diesjährigen Düsseldorfer CSD eine gute Mischung aus Pride und Protest.







Text: Oliver Erdmann
