Mit „lambda space“ ist jetzt das erste digitale queere Jugendzentrum online gegangen. Über eineinhalb Jahre hat das Jugendnetzwerk Lambda an seinem neuen Projekt gearbeitet. Es soll Lücken für queere Jugendliche schließen.

Durch die Auswirkungen von Queerfeindlichkeit leiden queere Jugendliche besonders häufig an psychischen Problemen. Queere Jugendzentren und -gruppen bilden hier wichtige Schutzräume, um diese Folgen auszugleichen. In Düsseldorf ist das PULS* seit 15 Jahren eine wichtige Anlaufstelle für queere Jugendliche. Doch die Realität in Deutschland ist eine andere: Rund 30 Prozent der queeren jungen Menschen leben abseits von Strukturen der queeren Jugendarbeit. Das sind etwa 360.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 26 Jahren.
Und auch wenn es queere Jugendangebote im Ort gibt, können oder wollen manche Jugendliche diese nicht besuchen. Etwa aus Angst gesehen und ungewollt geoutet zu werden. Es kann Hemmschwellen wegen unsicherer Erwartungshaltungen geben oder es fehlt schlichtweg Barrierefreiheit. Auf diese strukturellen Probleme der analogen queeren Jugendarbeit weisen laut Lambda auch diverse Studien hin.

Das Projekt „lambda space“ ist der erste Versuch, ein queeres Jugendzentrum in die digitale Welt zu übertragen. Das Ziel: Die familiäre Atmosphäre, den Austausch und die Gemeinschaft eines lokalen Jugendzentrums zu den Jugendlichen nach Hause zu bringen. Der Vorteil: Es kann rund um die Uhr und von überall aus besucht werden. Die Technik soll den Nutzer*innen ein möglichst sicheres Erlebnis auf der Plattform bieten. Hierzu gehören Verifikation, private Profile, selbstlöschende Nachrichten und ein geschultes Support-Team. „lambda space“ wurde bereits in der Kategorie „Beteiligung beginnt mit dir“ mit dem „Spotlight Jugend“-Ideenpreis des Bündnis für die junge Generation auszeichnet.

„lambda space“ ist verfügbar für iOs, Android und im Web. Um die Plattform nutzen zu können, müssen die Jugendlichen allerdings kostenlos Mitglied beim Jugendnetzwerk Lambda werden.
Infos unter lambdaspace.de
Text: Oliver Erdmann | Quelle: Jugendnetzwerk Lambda e.V.
