Soziale Infrastruktur vor dem Aus: Das frauenforum Düsseldorf fordert die Rücknahme der Kürzungen bei 19 Initiativen und ruft zur Kundgebung am 19. März 2026 vor dem Düsseldorfer Rathaus auf.
Anlässlich der Haushaltssitzung am 19. März 2026 hat das frauenforum Düsseldorf einen dringenden Appell an die Mitglieder des Rates der Stadt Düsseldorf gerichtet. Der seit 1985 bestehende, überparteiliche Zusammenschluss warnt eindringlich vor den geplanten drastischen Haushaltskürzungen, die insgesamt 19 soziale Initiativen in ihrer Existenz bedrohen.
Unverhältnismäßige Sparmaßnahmen gefährden das „letzte soziale Netz“
Trotz eines städtischen Gesamtetats von 4.400 Millionen Euro sollen im sozialen Bereich rund 0,75 Millionen Euro eingespart werden. Dies entspricht lediglich 0,017 Prozent des Gesamthaushaltes, bedeutet aber für die betroffenen Vereine ein abruptes Ende ihrer jahrzehntelangen Arbeit. Diese Initiativen fungieren als „letztes soziales Netz“, das Menschen vor Obdachlosigkeit, Gewalt und Isolation schützt – Aufgaben, welche die Stadt in dieser Form selbst nicht abdeckt.
Besonders drastisch zeigt sich dies am Beispiel des Vereins Stop Mutilation Deutschland e.V., einem bundesweit bekannten Leuchtturmprojekt gegen weibliche Genitalverstümmelung. Dem Verein, deren Gründerin Jawahir Cumar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, droht eine Fast-Halbierung der Mittel.
Fatale Konsequenzen für Frauen, Familien und queere Menschen
Sollten die Kürzungen bestehen bleiben, befürchtet das frauenforum Düsseldorf massive Verluste an Schutzräumen und spezialisierter Hilfe.
• Frauen: Der Wegfall dieser Strukturen wird als eine Form struktureller Gewalt eingestuft, da wichtige Hilfen bei geschlechtsspezifischer Gewalt wegbrechen.
• Familien: Ohne präventive Beratung drohen soziale Abstiege und Wohnungslosigkeit, was die Stadt letztlich durch höhere Sozialausgaben teurer zu stehen kommt.
• Marginalisierte Gruppen: Für queere Menschen bedeuten die Kürzungen oft den
Verlust ihrer einzigen, hochspezialisierten Anlaufstelle.
Forderungen und Aufruf zur solidarischen Kundgebung
Das frauenforum Düsseldorf fordert die Ratsmitglieder auf, die Kürzungen vollständig zurückzunehmen, Planungssicherheit durch mehrjährige Fördervereinbarungen zu schaffen und die Beratungsstellen als integralen Bestandteil der Daseinsvorsorge anzuerkennen.
Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, ruft das frauenforum zur Teilnahme an einer Kundgebung auf:
Solidarische Kundgebung gegen Kürzungen
Donnerstag, 19.03.2026, 13:00 – 15:00 Uhr
Vor dem Düsseldorfer Rathaus (Marktplatz)
„Düsseldorf rühmt sich seiner wirtschaftlichen Leuchttürme – lassen Sie nicht zu, dass die sozialen Leuchttürme unserer Stadt mutwillig gelöscht werden“, so der Appell des frauenforums an die Politik. Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, am Donnerstag vorbeizukommen und Solidarität mit den 19 betroffenen Initiativen zu zeigen.
Das frauenforum ist ein überparteilicher Zusammenschluss engagierter Bürgerinnen sowie Frauen aus Verbänden, Gewerkschaften und Initiativen, der sich seit über 40 Jahren für die Sichtbarmachung von Frauenbelangen in Düsseldorf einsetzt.
Quelle: frauenforum Düsseldorf
