Auf der gestrigen Sitzung des Gleichstellungsausschusses hat der Verein Queeres Zentrum Düsseldorf e.V. seinen Förderantrag für das Jahr 2026 präsentiert. Mehr Geld von der Stadt wird es aber nach dem Willen der Koalition nicht geben.

Auf der Sitzung des Ausschusses für Gleichstellung und Antidiskriminierung am 10. März 2026 hat der Verein Queeres Zentrum Düsseldorf e.V. (QZD) seinen Förderantrag für das Jahr 2026 vorgestellt. Schatzmeister Markus Gickeleiter präsentierte den Bericht zur Vereinsarbeit im Jahr 2025 und die geplanten Vorhaben für 2026. Seit November vergangenen Jahres hat das QZD eigene Räume am Worringer Platz angemietet, wo zurzeit Renovierungs- und Umbauarbeiten stattfinden. So werden insbesondere die Toiletten barrierefrei umgebaut, weshalb es bis zur Eröffnung des Queeren Zentrums noch ein wenig dauern werde, so Gickeleiter.
Die 130 Quadratmeter große Fläche im Erdgeschoss des Hauses Worringer Straße 92 hat unterschiedliche Räume für Veranstaltungen und Gruppentreffen, es gibt einen Rückzugsraum und ein Büro für die Geschäftsstelle. Die Miet- und Nebenkosten kalkuliert der Verein für das Jahr 2026 auf 26.000 Euro. Neben der bisherigen halben Personalstelle für die Geschäftsführung und Veranstaltungskoordination hat das QZD zwei weitere Teilzeitstellen mit jeweils 20 Wochenstunden geplant, um geregelte Öffnungszeiten des Zentrums gewährleisten zu können. Damit belaufen sich die beantragten Personalkosten auf 105.600 Euro im Jahr 2026. Hinzu kommt ein Sachkostenzuschuss von 24.900 Euro. Bei einem veranschlagten Eigenanteil in Höhe von 10.000 Euro beläuft sich der Antrag auf eine städtische Förderung für das laufende Jahr somit auf 146.500 Euro.
Andreas Schendel (CDU) stellte dem Förderantrag des QZD einen Änderungsantrag der Ratskoalition von CDU und Bündnis 90/Die Grünen entgegen. Man erkenne an, dass das Thema des Vereins ein wichtiges Anliegen für die Community sei, zugleich stelle der jetzige QZD-Antrag einen enormen Aufwuchs der bisherigen Förderung dar. Bisher hatte die Stadt die Arbeit des QZD mit jährlich 70.000 Euro unterstützt. Trotz angespannter Haushaltslage wolle man das Queere Zentrum weiterhin mit dieser Summe unterstützen, so Schendel. Man verbinde dies aber mit der Forderung nach mehr Struktur und Verbindlichkeit und einer deutlich besseren Wirkung in die Community hinein. Mit dem Änderungsantrag – und einer dann voraussichtlich bewilligten Förderung in Höhe von 70.000 Euro – wird das QZD damit deutlich ausgebremst.
Der Koalitionsantrag wurde im Gleichstellungsausschuss mit den Stimmen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen angenommen. Dagegen votierten die Vertreter der AfD. Die Fraktionen SPD/Volt, Die Linke, FDP und Freie Wähler/Tierschutz/PARTEI enthielten sich.
Durchgewunken wurde indes der Förderantrag von kom!ma – Verein für Frauenkommunikation e.V., der von Geschäftsführerin Käthe Lorenz im Ausschuss vorgestellt wurde. Der feministische Verein wird schon seit Jahren städtisch gefördert und ist eines der Förderprojekte des Amtes für Gleichstellung und Antidiskriminierung. Der Förderbetrag in Höhe von 73.000 Euro für das Jahr 2026 war bereits im Haushalt etatisiert, weshalb hierüber nicht mehr einzeln abgestimmt werden musste.
Antrag zugunsten der Trans*beratung
Zusätzlich auf die Tagesordnung kam ein Antrag der Fraktion SPD/Volt, mit dem die Trans*beratung Düsseldorf unterstützt werden sollte. Im zuständigen Ausschuss für Gesundheit und Soziales war in der vergangenen Woche der Förderantrag der Aidshilfe Düsseldorf für die Trans*-Fachstelle abgelehnt worden. Statt einer Förderung von rund 93.000 Euro für die Arbeit der Trans*beratung will die Koalition lediglich 50.000 Euro für 2026 zur Verfügung stellen. Dies sei zu wenig, sagte Franca Bavaj (SPD), die Aidshilfe benötige nach eigenen Angaben wenigstens 70.000 Euro für die Fortführung des wichtigen Beratungsangebotes. Der Antrag von SPD/Volt sah somit vor, 20.000 Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen. Mit den Stimmen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und AfD wurde dieser Antrag jedoch abgelehnt.
Es bleibt abzuwarten, wie die Trägervereine nun mit den geringeren Mitteln weiterarbeiten können. Nach dem beschlossenen Aus für die Anlauf- und Beratungsstelle „Queer im Alter“ (DQ-Bericht) ist die Kappung weiterer Fördermittel für die queere Community ein schwerer Schlag. Bis zur Ratssitzung am 19. März 2026, bei der der Düsseldorfer Haushalt für das laufende Jahr beschlossen wird, ist noch gut eine Woche Zeit, um mit den Entscheidungsträger*innen ins Gespräch zu kommen.
Text: Oliver Erdmann
