Im Mai wird das D’haus wieder vier Tage lang von queeren Künstler*innen bespielt. Das queer-feministische Festival am Düsseldorfer Schauspielhaus findet erstmals in Kooperation mit dem Schauspiel Köln statt.

Unter dem Motto „Hold me closer“ widmet sich das Programm des Festivals „Queer Art meets Britney X“ den Beziehungen von LSBTIAQ*-Menschen – untereinander, zum eigenen Körper, der Herkunft und dem Zustand der Welt. Vom 14. bis 17. Mai 2026 finden auf allen Bühnen und in den Foyers des D’haus Gastspiele, Performances, Drag-Shows, Partys und Paneltalks statt, die sich mit der Lebensrealität queerer Menschen beschäftigen.

Am 14. Mai eröffnet die vierte Ausgabe des Wettbewerbs „Drag Star NRW“ das Festival, bei dem fünf Drag-Artists aus Nordrhein-Westfalen in einer Show auf der Bühne im Großen Haus gegeneinander antreten. Der Wettbewerb zählt deutschlandweit zu einem der größten seiner Art. Die Kandidat:innen werden Mitte März bekannt gegeben. Im Anschluss an die Show lädt das D’haus zur Party „If you seek Britney“ ins Festivalzentrum im Theaterfoyer ein.

Die Performance „A Pelo“ des spanischen Choreografen und Performers Fernando Troya ist am 15. Mai um 19 Uhr im Kleinen Haus zu erleben. Der Name des Stücks bedeutet auf Spanisch „ohne Schutz“. „A Pelo“ steht aber auch für Nacktheit, sich unbewaffnet etwas stellen, oft aus einer Laune heraus. Und es steht für ungeschützten Geschlechtsverkehr. Fernando Troya verhandelt in diesem rohen Duett für zwei Tänzer queere Sexualität zwischen Scham und Befreiung.

Im Unterhaus zeigt das Pretty Poison Cabaret am 16. Mai um 18.00 und 21.30 Uhr die Show „Motel Bed: A Pillow Princess Fantasy“, welche Genre-Erwartungen auf den Kopf stellt und die Schnittstelle zwischen Privatem und Öffentlichem erforscht. Die Inszenierung ist ein queerer Varieté-Abend, der in und um ein Motelbett herum stattfindet. Das Bett fungiert als Bühne, auf der sich fünf queere Künstler*innen zwischen Gesang, Tanz, Geschichtenerzählen und Schauspiel bewegen.

Das Schauspiel Köln beteiligt sich mit einem Gastspiel von Markus Öhrns Inszenierung „Kammerspiele #1 Eifersucht | Die Nacht der Lesben“. Das Stück nach Per Olov Enquists „Die Nacht der Tribaden“ ist am 17. Mai um 19 Uhr im Kleinen Haus zu sehen. Die mehrfach ausgezeichneten Arbeiten des schwedischen Regisseurs zeichnen sich durch eine spezielle Ästhetik aus: Die Darstellenden tragen Pappmaché-Masken, Stimmen werden akustisch verfremdet, Bewegungen sind extrem verlangsamt – alles mit großem Witz und Humor.

Im Festivalprogramm finden sich auch Podiumsveranstaltungen und Talkrunden, wie der „Kaffeeklatsch – ungefragt und ungefiltert“ mit NRWs schwulstem Talkmaster Thomas Bartling (am 14. Mai um 17 Uhr), ein „Queere Geschichte(n) Talk“ mit Sascha Förster zum Thema „Queere Jugendliebe – gestern und heute“ (am 16. Mai um 16 Uhr) und eine neue Ausgabe des „Sonnenstudio“, dem lesbischen Talkformat mit Liz Sonnen (am 17. Mai um 14 Uhr).
Neben den Veranstaltungen und Vorstellungen können sich die Besucher*innen auch auf das täglich geöffnete Festivalzentrum „Aqueerium“ im Foyer des D’haus freuen. Hier stellen sich queere Initiativen und Künstler*innen vor, und am 17. Mai um 11 Uhr lädt das Queere Zentrum Düsseldorf zum Queer Brunch ein. Außerdem wird in Kooperation mit dem Polnischen Institut Düsseldorf die Ausstellung „Becoming“ des Warschauer Künstlers Krzysztof Marchlak gezeigt. In seinen Foto- und Videoarbeiten erforscht er die theatralische Dimension von Drag: die Freude am Rollenwechsel, an der Transformation, daran, für einen Moment ein anderes „Ich“ zu werden.
Mit „Queer Art meets Britney X“ startet eine fünfjährige Kooperation zwischen dem Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Schauspiel Köln. Bis 2030 sind zunächst fünf Festival-Ausgaben geplant, jährlich alternierend zwischen den beiden Städten. Das Festival BRITNEY X hat seinen Ursprung am Schauspiel Köln und wurde 2017 gegründet. Nach acht Ausgaben wird das Festival nun auf Düsseldorf ausgeweitet. Im Mai 2027 findet das Festival in Köln im neu eröffneten Schauspielhaus am Offenbachplatz statt.
Alle Infos zum Festival unter www.dhaus.de
Quelle: D’haus | Bearbeitung: Oliver Erdmann
