In einem Intensiv-Theaterworkshop beschäftigen sich Jugendliche und junge Erwachsene mit den Lebensrealitäten der Düsseldorfer Homosexuellen zwischen Freiheit und Verfolgung in der Weimarer Republik. Die Abschlusspräsentation findet am 7. und 8. Februar 2026 im Theatermuseum statt.

In drei zusammenhängenden Intensiv-Theaterworkshops erforscht das Theaterkollektiv Düsseldrama unter der Leitung von Regisseur Marvin Wittiber mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Lebensrealitäten queerer Düsseldorfer*innen – vor, während und nach der NS-Zeit. Der erste Teil, "Allein im Rosa Winkel", entstand im November 2024. Im Februar 2025 erschien mit "Nach dem Rosa Winkel" der zweite Teil. Den Abschluss der Trilogie bildet "Vor dem Rosa Winkel", der nun im Februar 2026 zu sehen sein wird.
Vor dem Rosa Winkel
„Sichtbarkeit ist Widerstand“ – ein Satz, der heute selbstverständlich klingt, aber in den 1920er Jahren gefährlich war. Bevor das NS-Regime mit brutaler Gewalt gegen queere Menschen vorging, lebte auch in Düsseldorf eine offene, wenn auch verletzliche Szene – voller Gespräche, Sehnsucht und Musik. In Bars, Tanzsälen und Hinterzimmern wurde gefeiert, gelacht, gestritten und geliebt – oft heimlich, manchmal mutig sichtbar.
Die Weimarer Republik war eine Zeit zwischen Aufbruch und Unsicherheit. Während der § 175 queeres Begehren weiter kriminalisierte, entstanden neue Räume für Kunst, Forschung und Austausch. Menschen suchten nach Sprache, nach Nähe, nach Momenten von Freiheit – und wussten zugleich, wie zerbrechlich sie waren. Auch in Düsseldorf zeigte sich eine erste queere Öffentlichkeit, die ihren Ausdruck in Stimme und Bewegung suchte.
Doch über diese Lebenswelten wissen wir heute kaum etwas. Nur wenige Spuren sind erhalten geblieben, vieles wurde verdrängt oder ausgelöscht. Was lässt sich daraus heute noch lesen – aus den Lücken, dem Schweigen, den Resten von Musik, Tanz und Blicken? Und wie können wir diese Fragmente nicht nur bewahren, sondern spürbar machen?
In diesem dritten Teil der Rosa-Winkel-Trilogie richtet sich der Blick auf diese Zeit zurück. Die szenische Lesung nähert sich einer Epoche, in der queeres Leben aufblühte – und in der Zärtlichkeit selbst zum Akt des Mutes wurde. Aus historischen Spuren, Fragmenten, Texten, Stimmen und Körpern entsteht eine poetische Annäherung an eine fast vergessene queere Vergangenheit. Wie klang diese Freiheit? Wie roch sie, wie bewegte sie sich, wie fühlte sie sich an? Und was bleibt von ihr in uns – heute?
Ein Intensiv-Theaterworkshop über die Lebensrealitäten der Düsseldorfer Homosexuellen zwischen Freiheit und Verfolgung in der Weimarer Republik
Mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16–27 Jahren
Vor dem Rosa Winkel
Künstlerische Leitung: Marvin Wittiber
Text: Simone Saftig & Ensemble
Ausstattung: Alina Gorr
Live-Musik: Marion Sherwood, Andrei Vinnik
Produktion: Düsseldrama
Kooperation: Theatermuseum Düsseldorf, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung Düsseldorf, Queere Geschichte(n) Düsseldorf e.V.
Zusammenarbeit: Stadtarchiv Düsseldorf, Lesben- und Schwulenbibliothek Düsseldorf (LuSBD)
Förderung: Kulturamt Düsseldorf
Abschlusspräsentation:
07.02.2026 | 19.30 Uhr
08.02.2026 | 18.00 Uhr
Mit historischer Einführung (Vortrag: Astrid-Hirsch von Borries, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf) und Nachgespräch (Moderation: Sascha Förster, Theatermuseum Düsseldorf)
Theatermuseum Düsseldorf, Jägerhofstraße 1, 40479 Düsseldorf
Tickets an der Abendkasse: 10€ / 5€ (ermäßigt)
Reservierungen: [email protected] oder Tel. 0211 / 899 61 39
Quelle: Düsseldrama
