Initiative für Denkmal zur Verfolgung von Lesben, Schwulen und Trans* in Düsseldorf

Das Forum Düsseldorfer Lesben-, Schwulen- und Trans*-Gruppen fordert ein Denkmal für ein angemessenes Gedenken zur Ausgrenzung und Verfolgung von Lesben, Schwulen und Trans* in Düsseldorf. Zum Start der Initiative gibt es Vorträge am 1. und 3. Februar 2017.

Bild: Graue Wand

Denk-Mal zur Ausgrenzung und Verfolgung von Lesben, Schwulen und Trans* in Düsseldorf

Das Forum Düsseldorfer Lesben-, Schwulen- und Trans*-Gruppen fordert ein Denkmal für ein angemessenes Gedenken zur Ausgrenzung und Verfolgung von Lesben, Schwulen und Trans* in Düsseldorf. Die Notwendigkeit eines solchen Gedenkens haben SPD, Bündnis 90/Die Grünen
und FDP in ihrer Kooperationsvereinbarung für Düsseldorf 2014-2020 erkannt.

Als Teil der Stadtgesellschaft will das Forum gemeinsam mit der Politik die Forderung nach einem Denkmal umsetzen und mitgestalten. Man will daran erinnern, dass es seit über 150 Jahren Menschen und Vereinigungen in Düsseldorf gibt, die sich für eine offene und emanzipierte Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Verfolgung von Lesben, Schwulen und Trans* einsetzen.

 


Befreiung, ohne befreit worden zu sein.
Zur Kontinuität der Verfolgung und Diskriminierung von homosexuellen Männern in Deutschland nach 1945

 

Referent: Historiker Marcus Velke, M.A., Köln

 

1. Februar 2017, 18.00 bis 20.00 Uhr

Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 6, 40213 Düsseldorf

Ein Gutachten für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes kam 2016 zu dem Schluss, dass die Männer, die nach 1945 unter dem § 175 StGB wegen ihrer Art zu lieben verurteilt worden waren, zu rehabilitieren sind. Doch um was geht es eigentlich genau, wenn über „Verfolgung“ und „Diskriminierung“ homo- und bisexueller Männer nach 1945 gesprochen wird? Der hier anzuzeigende Vortrag wird deutlich machen, dass das „Dritte Reich“ für homosexuelle Männer 1945 noch lange nicht zu Ende war. Die Verfolgung und Diskriminierung aus der NS-Zeit setzte sich vielmehr nahtlos fort, diesmal unter demokratischen Auspizien und unter tatkräftiger ideologischer Mithilfe der Kirchen im Wirtschaftswunder-Deutschland der Adenauer-Zeit.

Verdeutlicht werden sollen diese Prozesse am Beispiel NRWs im Allgemeinen und Düsseldorfs im Besonderen. Darüber hinaus soll der Frage nachgegangen werden, ob und inwieweit homosexuelle Männer sich unter dem Schatten des § 175 StGB bzw. innerhalb des von ihm verursachten gesellschaftlichen Klimas einrichten und ein trotz der widrigen Umstände erfüllendes Leben
führen konnten.

Diese Veranstaltung wird unterstützt durch: Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf

 


Repressionen gegen lesbische Liebe in der frühen Bundesrepublik

Referentin: Historikerin Dr. Kirsten Plötz, Hannover

 

3. Februar 2017, 17.00 bis 19.00 Uhr
Ort: Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Deutsch-osteuropäisches Forum, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf

Sexualität zwischen Frauen war – anders als die zwischen Männern – nicht verboten. Möglichkeiten, lesbisch zu leben, waren dennoch eingeschränkt. Denn der Platz der Frauen war klar bestimmt: als Ehefrauen und Mütter. Die Regierungspolitik benachteiligte unabhängige Frauen und erschwerte die Ehescheidung. Lesbischen Müttern wurden ihre Kinder entzogen. Lebensentwürfe, die sich nicht um eine Ehe drehten, wurden abgewertet, und lesbische Liebe war öffentlich kaum präsent. Es galt ein Gebot des Schweigens.

In ihrem Vortrag stellt die Historikerin Dr. Kirsten Plötz neben langjährigen Forschungsergebnissen auch Details aus dem ersten, jüngst veröffentlichten Forschungsprojekt über Diskriminierung lesbischer Liebe in einem Flächenland (Rheinland-Pfalz) während der frühen Bundesrepublik vor.

Diese Veranstaltung wird unterstützt durch: Quartiersprojekt der Diakonie-Stadtmitte (Altengerechte Quartiere.NRW - Düsseldorf-Stadtmitte)

 


Das Selbstverständnispapier für ein Denkmal gibt es unter: www.forumLSTduesseldorf.de

Die Initiative kann mit einer Spende unterstützt werden:
Zweck: „Denkmal Düsseldorf“
Empfänger: ARCUS-Stiftung
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE80 3702 0500 0001 2012 01
BIC: BFSWDE33XXX