Zum Gedenken an die queeren Düsseldorfer Opfer des Nationalsozialismus trafen sich gestern rund 130 Menschen am Denkmal auf der Apollo-Wiese. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und das LSBTIQ+ Forum Düsseldorf legten Kränze nieder.

Der 28. Juni ist der Düsseldorfer Gedenktag für die queeren Opfer des Nationalsozialismus. An diesem Tag im Jahr 1937 begannen in Düsseldorf die großangelegten Verhaftungsaktionen gegen Männer, die nach dem Paragrafen 175 wegen Homosexualität verfolgt wurden. Allein die Gestapo verhaftete hier in den folgenden Wochen etwa 400 Männer wegen angeblich „homosexueller Handlungen“. Damit verzeichnete Düsseldorf die höchste Zahl entsprechender Festnahmen in Westdeutschland.
An die Opfer, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität verfolgt, entrechtet, gefangen genommen und ermordet wurden, erinnerten die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und das LSBTIQ+ Forum Düsseldorf am 28. Juni 2026 im Rahmen einer Gedenkveranstaltung am LSBTIQ+ Erinnerungsort Düsseldorf. Das „Seltsam klassische Denkmal“ auf der Apollo-Wiese am Rheinufer ist seit vergangenem Jahr zentraler Ort des städtischen Gedenkens für diese Opfergruppe. Im Gedenkkalender der Landeshauptstadt ist dieser Tag fortan eine feste Größe.

Trotz hoher Temperaturen nahmen rund 130 Menschen an der Veranstaltung teil, die zur heißesten Tageszeit um 16 Uhr begann. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Anna-Lena Pohlmann, Co-Sprecherin des LSBTIQ+ Forums Düsseldorf, erinnerten in ihren Reden an die Opfer und mahnten, dass sich die Geschichte mit Blick auf das aktuelle gesellschaftliche Klima und Bedrohung durch Rechtsradikale nicht wiederholen dürfe.

Im Anschluss legten beide Redner*innen Kränze nieder. Auch die SPD-Ratsfraktion beteiligte sich mit ihrer Fraktionsvorsitzenden Dr. Sabrina Proschmann an der Kranzniederlegung. Als Teilnehmende waren u.a. Vertreter*innen aus der Stadtgesellschaft, aus Politik und Verwaltung erschienen. Auch Ralf-Peter Fucks, Superintendent der Evangelische Kirche Düsseldorf, nahm an dem Gedenken teil.



Text: Oliver Erdmann
